FAQ Zahnimplantate

Was ist ein Implantat?
Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die unsere natürlichen Zähne ersetzen. Es können Einzelzahnlücken bis hinzu zahnlosen Ober- oder Unterkiefer damit versorgt werden.
Aus welchem Material ist ein Implantat?
Implantate bestehen entweder aus dem körperverträglichen Material Titan oder Keramik ( Zirkon-Oxid), wie es auch bei künstlichen Hüft-oder Knieprothesen zum Einsatz kommt. In unserer Praxisklinik benutzen wir beide Materialien.
Gibt es Unverträglichkeiten/ Abstoßreaktionen?
Bis heute ist eine reine Titan-Allergie nicht bekannt. Titan hat eine hohe Gewebeverträglichkeit und eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Jedoch ist auch Reintitan mit geringen, aber für empfindliche Patienten relevanten Mengen, wie z.B. Titanoxidpartikel an der Oberfläche versehen. Bei Bedenken ist ein Lymphozytentransformationstest (LTT) auf Sensibilisierungen dieser Metalle möglich.
Falls das Implantat nicht einwachsen sollte, kann man es austauschen?
Ja, jedoch sollte man eine gewisse Ausheilphase (ca. 3 Monate) abwarten. Wenn keine Entzündung vorliegt, kann auch sofort mit einem größeren Durchmesser neu implantiert werden.
Wie lange hält ein Implantat?
Im Prinzip können Implantate ein Leben lang halten. Wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, sind häufig nach 15 Jahren noch mehr als 90% im Unterkiefer und 85% im Oberkiefer funktional und schmerzfrei. Wie bei einem Zahn, kann sich auch bei einem Zahnimplantat das Zahnfleisch entzünden, der Knochen abbauen und es kommt zum Verlust des Implantates. Rauchen oder eine schlechte Mundhygiene sind unter anderem Faktoren, die zum früheren Verlust der Implantate führen. Deshalb ist eine kontinuierliche Kontrolle und professionelle Zahnreinigung durch ihren Hauszahnarzt sehr wichtig.
Kann man trotz einer Erkrankung Implantate setzten lassen?
Im Prinzip ja. Wer aber unter Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Osteoporose leidet oder Medikamente wie z.B. Blutverdünnungsmittel einnimmt, sollte dies unbedingt mit dem behandelten Chirurgen besprechen, um eventuelle Risiken für die Einheilung des Implantates zu vermeiden.
Wie lange dauert eine Implantation?
Die Dauer ist individuell und nach Anzahl der Implantate und den Knochenverhältnissen zu richten.
Welche Narkosemöglichkeiten gibt es?
In unserer Praxisklinik ORS können kleinere Eingriffe unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, bei welchem das lokale Schmerzempfinden ausgeschaltet wird. Der Patient ist bei völligem Bewusstsein.
Eine weitere Möglichkeit ist der Dämmerschlaf (Analgosedierung), dieser ist anzuraten bei längeren Sitzungen oder beim Angstpatienten, um eine Dämpfung des Bewusstseins zu erreichen. Diese Art der Betäubung kennt man auch von Magen-oder Darmspiegelungen, kleinen Augenoperationen und kleineren gynäkologischen Eingriffen. Die örtliche Betäubung mit Lokalanästhetikum bleibt trotzdem notwendig.
Als dritte Alternative können wir Ihnen auch eine Vollnarkose anbieten. Diese wird von unseren erfahrenen Anästhesisten und seinem Team durchgeführt.
Übernimmt die Krankenkasse Kosten für die Implantation?
Implantate werden von der gesetzlichen Krankenkasse nur in Härtefällen zum Beispiel bei Tumorerkrankungen oder Fehlbildungen übernommen oder sie können einen Zuschuss gewähren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich für den Zahnersatz einen festen Zuschuss.
Ab wann ist Sport nach solch einem Eingriff möglich?
Ca. 1 Woche sollten Sie sich körperlich schonen, um die Wundheilung nicht zu gefährden. Bei sehr anspruchsvollen Sportarten, besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem behandelten Chirurgen, da die Dauer der Unterbrechung je nach Sportart unterschiedlich ist.
Kann man mit einem vollständigen Zahnersatz, der auf Implantaten sitzt, beißen wie mit natürlichen Zähnen?
Ja, ihr Zahnersatz auf Implantaten ist so fest verankert, dass Sie ohne Bedenken essen und beißen können.
Wie putze ich meinen künstlichen Zahn (Zahnimplantat)?
Ein Implantat sollten Sie genauso pflegen und reinigen, wie Ihre natürlichen Zähne auch. Die regelmäßige Prophylaxe muss bei Ihrem Zahnarzt durchgeführt werden.
Was kostet ein Implantat?
Einheitliche Preise sind aufgrund verschiedener Eingriffe nicht zu nennen. Bei ihrem Beratungsgespräch erhalten sie einen Heil- und Kostenplan. Sie investieren in sich, denn kauen bedeutet essen – und Essen bedeutet Lebensqualität.
Wie lange dauert die Behandlung?
Nach der Implantation brauchen die Knochenzellen 3 Monate, um sich an die Titan- oder Keramikoberfläche anzubinden. Nach dieser Abheilphase muss das Implantat freigelegt werden. Bei der Freilegung wird die Schleimhaut über dem Implantat eröffnet und die Schraube, die bisher das Innengewinde des Implantats vor dem Einwachsen von Schleimhaut geschützt hat, gegen eine größere Schraube ersetzt. Diese Gingivaformer sollen in den nächsten 2-4 Wochen das Zahnfleisch um das Implantat ausformen. Die Abformung zur definitiven Versorgung wir vom Hauszahnarzt durchgeführt.
Ist die Behandlung (Implantate und Kronen) an einem Tag möglich?
Durch die Entwicklung in den letzten Jahren in der Implantologie ist eine Sofortversorgung mit Sofortbelastung in Fällen mit ausreichendem Knochenangebot möglich. Die Implantate werden mit einer dreidimensionalen Führungsschablone eingesetzt und der Patient verlässt die Praxis mit einem im Zahnlabor bereits angefertigtem Langzeitprovisorium oder der definitiven Versorgung. Diese Weiterentwicklung in der Implantologie nennt sich ALL ON FOUR.
Hinzuzufügen ist, dass der Patient trotzdem wochenlang nicht fest zubeißen darf und auf weiche Kost umsteigen muss.